Vom Herbst in den Frühwinter: Der November bot in der der ersten Monatshälfte überwiegend sonnenscheinreiches und mildes Wetter, danach präsentierte sich der Monat allerdings nasskalt und vorübergehend sogar winterlich.
Mit 4,3 °C lag das Temperaturmittel in den Höhenlagen des Oberen Gäu im langjährigen Trend. Im Ammertal um Herrenberg war der Monat mit nur 4,5°C gegenüber der Bezugsperiode von 2001 bis dato allerdings zu kalt. Der Niederschlag fiel gemessen an den Mittelwerten mit 46 mm in Herrenberg und 57 mm auf dem Lerchenberg bei Deckenpfronn deutlich zu gering aus. Die Sonne leistete dafür etliche Überstunden. So verbuchten die beiden Messstationen aufgrund der strahlungsreichen ersten beiden Wochen 116 Stunden in Herrenberg und ebenfalls über 100 Stunden auf der westlich gelegenen Randhöhe.
Warme Meeresluftmassen sorgten für einen milden und feuchten Monatsauftakt. Danach stellte sich Hochdruckwetter mit einer herbsttypischen Inversionlage ein, die auch den Höhen ungewöhnlich hohe Temperaturen bescherte. Das Quecksilber kletterte an der Lerchenbergstation bis auf 18,8°C, noch etwas wärme war es in Herrenberg mit beinahe 20 Grad.
Nach Monatsmitte dann ein erster Wintergruß mit geringen Schneefällen in höheren Lagen des Gäu. Polarluft leitete in der Folgezeit bis zum Monatsende eine nasse und dazu sehr kalte Witterungsphase ein. So fielen die Nachttemperaturen am 23. im Oberen Gäu bis auf Minus 10°C. Vergleichbare Frostgrade stellten sich in Herrenberg in einem Novembermonat nur noch in den Jahren 2010 mit Minus 11,5°C und 1998 mit Minus 11,1°C ein.
Das Beitragsfoto zeigt eine Hochnebeldecke bei Inversionswetterlage im Dezember 2025. (W. Roos)