Kalt – niederschlagsarm – aber mit viel Sonne
Es gibt sie noch, die „zu kalten“ Monate und zumindest in den Höhenlagen des Oberen Gäu hin und wieder auch solche, in denen das Temperaturmittel noch in den Frostbereich fällt.
Der diesjährige Januar zeigte sich aufgrund anhaltender Inversionswetterlagen insbesondere in den Tallagen auffallend kalt. Die Messstation Herrenberg am Andreaegymnasium regisrierte mit nur 0,1°C eine um ca. 1 Grad zu niedrige Durchschnittstemperatur gegenüber dem Klimawert aus 1991-2020 (1,0°C), und gegenüber dem Referenzwert der letzten 15 Jahre fehlten dem Monat sogar 1,5°C. Auch die Anzahl an Frost- und Eistagen lag in Herrenberg deutlich über dem Niveau der letzten 30 Jahre. Was dem Januar nach vorangegangenen trockenen Monaten aber dennoch fehlte, waren ausreichend Niederschläge und mithin auch ordentliche Schneelagen.
Markante Vorstöße arktischer Kaltluft über das Baltikum brachten zum Monatsauftakt zwar strengen Dauerfrost, die Schneefronten erreichten den Süden des Landes jedoch nur noch in abgeschwächter Form. Immerhin lag in der ersten Monatshälfte auf der Gäurandhöhe und im Schönbuch vorübergehend eine dünne Schneedecke.
Auf den Kälteschock mit Temperaturen von bis zu Minus 13°C folgte in der zweiten Monatsdekade eine Witterungsphase mit mildem und sonnenscheinreichem Hochdruckwetter. Die sich daraus entwickelnde Temperaturinversion sorgte nach Monatsmitte für außergewöhnliche Plusgrade in den Höhenlagen des Landes. Die obersten Bereiche im Gäu kamen zeitweiig in den Genuss der trockenen Warmluft, während die Täler tagelang unter Hochnebeldecken im Frostbereich verharrten. Hierin liegt auch der Grund für die geringe Temperaturdifferenz zwischen den Messstationen Herrenberg und dem Lerchenberg in 600m Meereshöhe.
Gegen Monatsende beeinflusste dann ein schneereiches Alpentief die Region, die Niederschlagsfronten erfassten das Obere Gäu und die westlichen Landesteile für Januar üblichen Temperaturen jedoch lediglich am Rande, so dass ergiebige Schneefälle wie z. B. auf der Ostalb und im Schwäbischen Wald ausblieben.
Einmal mehr war die Sonnenstundenzahl im Januar insbesondere auf den Höhen beachtlich. So schien das Gestirn auf dem Lerchenberg mit insgesamt 92 Stunden rund eineinhalb mal so lange wie im Durchschnittsjanuar der vergangenen Jahre.
Bezugsperioden der Parameter im Statistikteil vereinheitlicht und auf letzte 15 Jahre bezogen; Jährlicher Niederschlagsverlauf Herrenberg noch für 2025
