Mit herrlichem Sommerwetter ging der Mai und mit ihm auch der meteorologische Frühling zu Ende. Unterm Strich war der vergangene Monat im Oberen Gäu mit durchschnittlich 14,9°C in Herrenberg und 13,9°C auf dem 600m hohen Lerchenberg gegenüber der Klimaperiode 1991-2020 und auch in Bezug auf die letzten 15 Jahre um 1,5 Grad zu warm. Beim Niederschlag wurde das Monatssoll insbesondere durch die trockene zweite Mai-hälfte mit 57 mm in Herrenberg und knapp 70 mm auf der westlichen Gäurandhöhe deutlich verfehlt. Im Plus dafür lag einmal mehr die monatliche Sonnenscheindauer mit 287 Stunden in Herrenberg, gleichbedeut end ca. 130 % des langjährigen Maiwertes. Die Messstation auf dem Lerchenberg registrierte 250 Sonnenscheinstunden.
Die Maiwitterung wies zwei unterschiedliche Phasen auf. Recht kühl und feucht gestaltete sich die erste Monatshälfte mit Kälterückfällen und zum Teil hohen Frontalniederschlägen wie am 6ten und 11ten. Die Witterungssingularität der „Eisheiligen“ stellte sich in diesem Jahr pünktlich ein mit einer Serie von Bodenfrösten und Frühtemperaturen nahe dem Gefrierpunkt. So lagen die Tagesmitteltemperatur vom 11ten bis 16ten auf dem Lerchenberg unter 7°C bei Mittagswerten, die kaum über 10°C hinauskamen.
Mit Beginn der zweiten Monatshälfte wurde es aber deutlich wärmer. Atlantische Tiefdruckgebiete schaufelten zunächst noch feuchte und mäßig warme Luft ins Gäu, danach bestimmten dann Hochdruckzellen mit sommerlich warmer Luft das Witterungsgeschehen. Ein wolkenloser Tag reihte sich in der letzten Maidekade bei schon hochsommerlich anmutendem Wetter an den anderen mit bis zu 15 -stündiger Sonnenscheindauer.
Nicht zuletzt aufgrund dieser Wetterlage fiel die Maibilanz bei der Mitteltemperatur wie auch bei der Sonnenscheindauer äußerst positiv aus. Die Kehrseite der Medaille zeigt sich allerdings im wachsenden Niederschlagsdefizit. In allen drei Frühlingsmonaten von März bis Mai kamen in Herrenberg gerade einmal 105 mm zusammen. Das entspricht der Menge eines gut beregneten Maimonats. Im Oberen Gäu um Jettingen und Deckenpfronn waren es mit 120 mm nicht viel mehr.